Infoladen-Wilhelmsburg wegen kritischer Haltung zur Umstrukturierung des Stadtteils gekündigt

Dem Infoladen-Wilhelmsburg wurde durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA-GWG gekündigt. Ohne Nennung von Gründen wurde das Mietverhältnis des Ladens in der Fährstraße 10 zum 30.06.2010 aufgelöst. Die SAGA-GWG gab in nachfolgenden Gesprächen offen zu, dass einer der Kündigungsgründe in den IBA-kritischen Positionen des Ladens liege und dieser auch zukünftig keine Räume mehr bekomme. Die Internationale Bauausstellung (IBA) ist der Motor hinter der Umstrukturierung des Stadtteils und zugleich ein Vertragspartner der SAGA-GWG. Seit einiger Zeit soll Wilhelmsburg aufgehübscht und für finanzkräftigere BewohnerInnen attraktiv gemacht werden. Die Folge ist eine Verdrängung einkommensschwacher Menschen, die sich die steigenden Mieten im „neuen Wilhelmsburg“ nicht mehr leisten können. Mit dem Infoladen trifft es nun ein linkes Projekt, dass offenbar nicht in das Konzept eines „aufgewerteten“ Stadtteils passt. Die gebetsmühlenartigen Phrasen von IBA und SAGA-GWG, die behaupten die Veränderungen mit den BewohnerInnen zu planen, entpuppen sich einmal mehr als Farce. Die NutzerInnen des Infoladens werden die Kündigung nicht hinnehmen und organisieren in den nächsten Wochen vielfältige Aktionen. IBA und SAGA-GWG können kritische Positionen im Stadtteil nicht mundtod machen, sie müssen sich weiter auf Widerstand gegen ihre Verdrängungs- und Aufwertungspraxis einstellen!

Aktuelles zum Infoladen unter http://infoladen-wilhelmsburg.nadir.org

Pressemitteilung des Ladens

Positionspapier des Infoladens

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

Das könnte auch interessant sein...