Unterstützen wir den Streik bei CFM!

Seit dem 12. September befinden sich die ArbeiterInnen des Charité Facility Management (CFM) im Streik. Die Charité ist das Berliner Universitätsklinikum, was sich zu 51 % in Landesbesitz und zu 49 % in Hand privater Investoren befindet. 2006 wurde das CFM ausgelagert und gehört formal nicht mehr zum Charité. Bei CFM sind rund 2500 KollegInnen aus nichtmedizinischen Bereichen der Charité beschäftigt. Das Unternehmen verweigert der Belegschaft einen Tarifvertrag und spaltet durch ausdifferenzierte Arbeitsbedingungen und unterschiedliche Löhne bei gleicher Arbeit. Die Streikenden kämpfen für einen Tarifvertrag, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Aus diesem Anlass kommen sie mit mehreren Bussen am Dienstag, dem 22. November 2011, auch nach Hamburg, um vor einem Investor von CFM und der Uni-Klinik Eppendorf (UKE) zu protestieren und den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.

Um 11 Uhr wollen die KollegInnen die Firma Hellmann Worldwide Logistics besuchen (Industriestraße 100, Wilhelmsburg), einer der Investoren bei CFM. Ab ca. 13 Uhr ist eine Kundgebung vor dem UKE geplant. Auch beim UKE wurde der Logistik-Bereich in die KLE (Klinik Logistic Eppendorf) outgesourct. Der dort beteiligte Investor Dussmann hält auch Anteile bei CFM.

Der Streik bei der Charité hat sich in den letzten Wochen zugespitzt. Die Unternehmensleitung zahlt Prämien an Nicht-Streikende und stellte für streikende Fachkräfte kurzerhand 2-3 LeiharbeiterInnen ein. Um jeden Preis soll ein kollektiver Vertrag der Beschäftigten verhindert werden. Der Arbeitskampf hat den Betrieb und den begrenzten Rahmen einer ökonomischen Auseinandersetzung längst verlassen. Eine dauerhafte Mahnwache vor der SPD-Landeszentrale wurde eingerichtet, eine Solidaritätsversammlung mit KollegInnen aus zehn anderen Betrieben und eine Demonstration durch Berlin-Mitte wurden organisiert. Der Kampf der ArbeiterInnen bei CFM steht stellvertretend für viele andere, die von Outsourcing, Niedriglöhnen und Konkurrenz betroffen sind. Grund genug die Streikenden zu unterstützen! Denn gegen die Angriffe des Kapitals, den ständigen Druck auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen, lässt sich nur in konkreten Kämpfen angehen. Heute für höhere Löhne, morgen gegen die gesamte Lohnarbeit und immer mit einer Perspektive jenseits des Kapitalismus!

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

Das könnte auch interessant sein...