Wer arm ist, muss draußen bleiben?!

Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung in Wilhelmsburg

Wolltet Ihr in letzter Zeit auch im Menge-Park spazieren gehen, grillen oder spielen? Geht nicht – richtig, denn der Park ist eingezäunt. An sich nicht ungewöhnlich, schließlich wird dort die Internationale Gartenschau gebaut. Ungewöhnlich aber ist, dass dieser Zaun durch eine Mauer ersetzt wird. Natürlich dürft Ihr den Park nach Fertigstellung wieder betreten – allerdings nur, wenn die Kasse stimmt. Denn die Eintrittspreise liegen zwischen 17 und 21 Euro, Ermäßigungen gibt es nicht. Damit wird aus einem öffentlichen Gelände, das alle nutzen können, privates Gelände, für das man zahlen muss. Diese Privatisierung des öffentlichen Raums hat Methode: Wilhelmsburg soll aufgewertet werden. Die Stadt Hamburg hat viel Geld in den sogenannten „Sprung über die Elbe“ gesteckt, aber nicht um uns ein schöneres Wilhelmsburg zu bieten, sondern um Investoren anzulocken. Und das geht so: zunächst werden durch einige Verbesserungen im Wohnumfeld, Hochglanzbroschüren und viele Events „Besserbetuchte“ in den Stadtteil gelockt. Durch die erhöhte zahlungsfähige Nachfrage steigen die Mieten. Sind erst einmal genug „Besserverdienende“ im Stadtteil, dann steigen auch die Preise in den Freizeiteinrichtungen, Geschäften und Lokalen. Am Ende ist der Stadtteil vielleicht chic geworden – aber nicht für die Mehrheit der bisherigen BewohnerInnen. Die sind nämlich längst auf der Strecke geblieben, sprich von hier vertrieben. „Gentrifizierung“, so heisst das.

Wir haben nichts dagegen, dass hier in Wilhelmsburg mehr Kinderspielplätze, neue Läden und schöne Parks entstehen. Wir haben aber sehr wohl was dagegen, wenn die Kinderspielplätze nur noch von Kindern reicher Eltern benutzt werden, weil die armen Eltern alle wegziehen müssen. Wenn die Läden ihre Preise so anheben, dass der Cafebesuch nicht mehr bezahlbar ist. Und wenn die neuen Parks von einer riesigen Mauer umgeben sind und Eintritt kosten. Igs und IBA sind nicht unser Hauptproblem, aber sie stehen exemplarisch für eine Stadtentwicklung, in der die Bedürfnisse der Menschen keine Rolle spielen und Verbesserungen nur durchgeführt werden, wenn sie am Ende Gewinn abwerfen. Wir wollen aber selbst bestimmen, wie wo und unter welchen Bedingungen wir leben! Deshalb kommt zur Protestkundgebung!

17. Dezember 2011 – 14 Uhr Am Zaun Georg-Wilhelm-Strasse / Mengestrasse

Aktionstag in Harburg: 13 Uhr – “Rebel Art Mop Action”
S-Bahn Harburg Rathaus – Lüneburger Straße
Weitere Termine: http://florableibt.blogsport.de

Initiative „Der Zaun muss weg!“

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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