Militante Kämpfe, Massenverhaftungen und Anti-Knast-Bewegung in den USA – Rückblick auf die Veranstaltung mit Dan Berger

Im Januar 2013 fand eine Rundreise des US-amerikanischen Autors und politischen Aktivisten Dan Berger statt. Auf Veranstaltungen in Berlin, Stuttgart, Frankfurt/Main und Hamburg wurde die Geschichte der radikalen Linken der USA, die Situation der politischen Gefangenen und die aktuellen Kämpfe gegen das Knastsystem thematisiert. Im Centro Sociale folgten rund 60 BesucherInnen dem Vortrag. Dan Berger warf anhand der Biografien mehrerer Langzeitgefangener einen Blick auf die verschiedenen linken Bewegungen in den USA und den Widerstand gegen staatliche Repression.

Nach den militanten Kämpfen und der Antirepressionsarbeit der 1960er und 1970er Jahre stellte er die heutige Anti-Knast-Bewegung in den USA vor und beleuchtet exemplarisch an einzelnen Kampagnen deren politische Ausrichtung und gesellschaftliche Bedeutung. Unter dem Motto „Decarceration“ (Dehaftierung) haben die modernen Anti-Knast-Kämpfe in Pennsylvania und Illionois erste Erfolge zu verbuchen: Zwei Gefängnisse konnten durch eine breite Kampagne geschlossen werden. Die Kampagne setzt auf eine starke Einbeziehung der Gefangenen und ihrer Forderungen und sucht den Kontakt zu anderen sozialen Bewegungen. Auf der Veranstaltung in Hamburg wurde anschließend die Frage nach der inhaltlichen Tiefe der Anti-Knast-Bewegung aufgeworfen und die Verbindung zwischen Kapitalismus und Gefängnisindustrie diskutiert.

Eigens für die Rundreise haben vier politische Gefangene längere Texte verfasst, die den gefängnisindustriellen Komplex der USA und die sozialen Kämpfe der Vergangenheit und Gegenwart behandeln. Im folgenden findet ihr die Beiträge von Sundiata Acoli (seit 1973 in Haft), David Gilbert (seit 1981 in Haft), Oscar Lopez Rivera und Mumia Abu-Jamal (seit 1982 in Haft).

Ein Videomitschnitt der Veranstaltung in Frankfurt/Main:

Ein ausführlichen Bericht zur Rundreise gibt es hier zum nachlesen:
dragons.blogsport.org

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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