Die Show vermiesen – Proteste zur IBA-Eröffnung

Vom 22. – 24. März wird in Wilhelmsburg die Internationale Bauausstellung (IBA) mit Veranstaltungen im ganzen Stadtteil eröffnet. Die IBA ist zusammen mit der Internationalen Gartenschau (igs) der Motor hinter der “Aufwertung” von Wilhelmsburg und Veddel und steht für steigende Mieten, Privatisierung öffentlichen Raums und die Verdrängung eines Teils der BewohnerInnen. Sie ist Ausdruck einer Stadtpolitik, die an den Bedürfnissen der Menschen im Viertel vorbei geht und allein bestmögliche Bedingungen zur kapitalistischen Verwertung schafft. Wenn die IBA ihre Tore öffnet, wird das nicht reibungslos über die Bühne gehen! Das Stadtteilbündnis “IBA? Nigs DA!” ruft zu Protesten auf. Kommt nach Wilhelmsburg und beteiligt Euch an den Anti- IBA- Aktivitäten!

Am Samstag, dem 23. März, ist eine Demonstration angemeldet. Sie beginnt um 16:30 Uhr vor dem Bunker in der Neuhöfer Straße und endet in einer Abschlusskundgebung auf dem Gelände der IBA. Nähere Informationen zu Ablauf und Route folgen.

Am Sonntag, dem 24. März haben wir eine Auftaktkundgebung vor dem BSU-Neubau (S-Bahn Wilhelmsburg) ab 12 Uhr angemeldet. Dies bildet den Auftakt für einen Tag voll Aktion, Information und Protest. Verschiedene Initiativen und Gruppen haben über den Tag verteilt ebenfalls Kundgebungen und Aktionen gegen die IBA angekündigt. Auch hier werden wir so bald wie möglich detailliertere Informationen zur Verfügung stellen.

Die Flyer und Plakate zum Eröffnungswochenende finden sich hier.

Aufruf der Kampagne „IBA? Nigs DA!“:

IBA versenken! Mietenwahnsinn stoppen! Für ein Recht auf Stadt!

In Wilhelmsburg erreicht der kontrollierte Ausnahmezustand Hamburger Stadtentwicklungspolitik seinen Höhepunkt. Am 23./24. März startet das Präsentationsjahr der Internationalen Bauausstellung (IBA).

Gemeinsam mit der internationalen Gartenschau (igs) krempelt sie seit Jahren die Stadtteile Wilhelmsburg und Veddel um, damit diese an das Stadtzentrum angeschlossen und gezielt aufgewertet werden. Die Ergebnisse sind mittlerweile offensichtlich: Prestigeprojekte wachsen in den Himmel, steigende Mieten und rassistische und anders diskriminierende Wohnungsvergabe führen zu Verdrängung. Stadtentwicklung findet als Event statt, öffentlicher Raum wird privatisiert. Kurzum es wird eine Umwandlung des städtischen Raums zum Ziele bestmöglicher kapitalistischer Verwertbarkeit im Wettbewerb der Metropolen betrieben.

Anstatt eines solchen Spektakels, das an den Interessen und Bedürfnissen der Stadtbewohner_innen vorbei geht, wünschen wir uns ein lebenswertes Viertel, in dem alle Platz haben, die hier leben wollen, auch wenn man nicht zur IBA Zielgruppe „jung und gut qualifiziert“ gehört.

Mit einer Vielzahl von Events, will die IBA zeigen, was sie hat. Mit prominenten Gästen, hunderten von Journalist_innen und tausenden Tourist_innen will die IBA sich selbst als ein Erfolgsprojekt feiern. Neben Fachkongressen am Samstag den 23. gehen die Akteure abends mit einer Rede von Olaf Scholz und einem Kunstspektakel an die Öffentlichkeit. Am Sonntag den 24.3. wird die Schöne-Neue-IBA-Welt den begeisterten Massen mit einem Tag der offenen Tür in allen IBA Projekten vorgeführt.

Mit der Kampange IBA? Nigs Da! wollen wir dieser Show etwas entgegen setzen. Mit einer Vielzahl von Aktionen wollen wir die Eröffnungsfeierlichkeiten begleiten und den Besucher_innen verdeutlichen, dass die IBA eine Scheinwelt verkauft. Sorgen wir dafür, dass den Besucher_innen der IBA an jeder Ecke Gegeninformationen und kritischer Protest begegnet. Sorgen wir dafür, dass der Protest gegen die neoliberale Stadtentwicklungspolitik nicht mehr zu verbergen ist. Wir wollen keine Stadtentwicklung durch IBA und igs! Stadtraum ist kein Spekulationsobjekt!

Kommt nach Wilhelmsburg und beteiligt Euch an den Anti-IBA- Aktivitäten!

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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