Vier von uns – 80. Jahrestag der ersten Justizmorde des deutschen Faschismus

Am 1. August 2013 ist der 80. Jahrestag der ersten Justizmorde des deutschen Faschismus. Die vier Antifaschisten und Kommunisten Bruno Tesch, August Lütgens, Karl Wolff und Walter Möller wurden ermordet, weil sie während des Altonaer Blutsonntags 1932 den Widerstand gegen einen Marsch tausender Nazis durch das rote Arbeiter_innenviertel organisierten. Nach dem gelungenen Stadtteilrundgang zum Altonaer Blutsonntag 2012, will die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in diesem Jahr den ersten Opfern der faschistischen Justiz mit einem vielfältigen Programm gedenken – wobei wir sie unterstützen.


1. August 2013

17:00 Hinter dem Amtsgericht Altona an der ehem. Hinrichtungsstelle (Zugang über Gerichtstr.)
18:30 Bruno-Tesch-Platz (Große Bergstr.) u.a. mit Streikenden von Neupack, Vertretern von „Lampedusa in Hamburg“ u.v.a.m

Musik: OneStepAhead (Rap aus Steilshoop)

Veranstalter: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN / BdA
Unterstützt durch: Antifa-Café Hamburg, Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP), ver.di Perspektive U35, u.a.


Aufruf der VVN-BdA:

Am ersten August 1933 wurden vier Antifaschisten hinter dem Amtsgericht Altona mit dem Handbeil hingerichtet. Sie waren die ersten, die von der faschistischen Justiz ermordet wurden. Angeklagt wurden Bruno Tesch, August Lütgens, Karl Wolff und Walter Möllers bereits ein Jahr zuvor, noch in der Weimarer Republik – aufgrund von gefälschten Beweisen und falschen Zeugenaussagen. Wofür wurden sie angeklagt? Am 17. Juli 1932 marschierten tausende Nazis provokativ durch das „rote Herz“ von Altona-Altstadt, einer Hochburg der Arbeiterbewegung. Tausende AnwohnerInnen und politische Aktivisten protestierten gegen diesen Aufmarsch. Als Nazis die Protestierenden brutal angriffen, wehrten sich die organisierten AntifaschistInnen. Zwei Nazis wurden erschossen. Jetzt erst griff die Polizei ein, schoss in die Straßen und tötete 16 Anwohner und Anwohnerinnen, teils durch geschlossene Fenster hindurch. Kein Polizist oder gar politisch Verantwortlicher wurde je dafür angeklagt. Aber vier teils zufällig, teils gezielt Verhaftete sollten für die toten Nazis verantwortlich gemacht werden. Sie wurden angeklagt, weil sie Antifaschisten waren und erfolgreich Widerstand gegen die Nazis im Stadtteil organisiert hatten. Sie wurden angeklagt und von den Nazis hingerichtet, stellvertretend für die antifaschistische Bewegung, weil sie Kommunisten waren und weil sie für eine Arbeiterbewegung standen, die konsequent gegen Faschismus, Ausbeutung und Krieg eintrat.

Die Hinrichtung der 4 war eine Niederlage derjenigen, die für eine menschliche, gerechte Gesellschaft stritten. Die 4 stehen aber auch für die Entschlossenheit von Menschen, die angesichts von großer Gefahr mutig den Traum von einer besseren Welt verteidigt haben. Sie sind Teil des Kampfs um Befreiung von Faschismus und Krieg.

Diese Vier waren, sind und bleiben VIER VON UNS!

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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