Lampedusa in Hamburg: Bleiberecht für alle!

Am 17. August wird es erneut eine Demonstration für ein Bleiberecht der inzwischen in Hamburg lebenden Flüchtlinge aus Libyen geben. Nach der Odyssee über das Mittelmeer und Aufenthalten in unmenschlichen Auffanglagern in Italien sind sie mitlerweile an dem angeblichen „Tor zur Welt“ angekommen und notdürftig in Kirchen, Moscheen, Privatwohnungen und anderen Unterkünften untergebracht.

Während ein Teil der Flüchtlinge die Kirche am Pinnasberg auf St. Pauli zur „Embassy of Hope“ erklärt hat, dort lebt und viel Solidarität aus der Nachbarschaft erfährt, versucht der Hamburger Senat das Problem auszusitzen. Der Senat besteht darauf, ihnen keinen legalen Aufenthaltstitel zu gewähren. Gegen das Nichtstun des Senats und für ein Aufenthaltsrecht für alle Flüchtlinge werden wir am 17. August auf die Straße gehen!

Demonstration: 17. August – 14:00 – Hauptbahnhof (Glockengießerwall)

Aufruf von „Lampedusa in Hamburg“:

Wir kämpfen für unser Recht!

We fight for our right!

Nous luttons pour notre droit!

Wir arbeiteten und lebten in Libyen, ein Land in unserem Kontinent Afrika, das uns die Möglichkeit gab, unsere Existenz zu sichern. Wir hatten nie die Absicht nach Europa zu kommen.

Mit der Intervention der NATO, zum „Schutz der Zivilbevölkerung“ hieß es, eskalierte der Krieg und wir verloren alles.

Viele verloren ihr Leben. Ein Teil von uns wurde mit überfüllten Booten aufs Mittelmeer geschickt.  So kamen wir nach Lampedusa. Viele starben auf der Überfahrt.

In Italien lebten wir unter schwersten Bedingungen bis unser Flüchtlingsstatus garantiert wurde.
Danach gab es nichts mehr für uns und Italien forderte uns auf, in andere Europäische Länder zu gehen. Wir sitzen jetzt in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und anderen Europäischen Ländern recht- und mittellos auf der Straße.

Die Europäische Union wie die NATO Staaten sind alle verantwortlich für unser Schicksal.  In Hamburg sind wir etwa dreihundert Kriegsüberlebende aus Libyen.

Wir haben uns zusammen geschlossen und verlangen eine politische Lösung  und die Anerkennung nach § 23 Aufenthaltsrecht. Ohne den Krieg in Libyen und ohne die katastrophale Menschenrechtslage für Flüchtlinge in Italien wären wir nicht hier. Wir sind erschöpft und zermürbt von einer langen unfreiwilligen und grauenhaften Reise. Wir suchen ein Ende der Verweigerung unseres Lebensrechts.

Wir sind hier, um zu bleiben.
Wir hoffen auf Eure Solidarität.

Weitere Infos auf: www.lampedusa-in-hamburg.tk

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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