Zwangsräumungen verhindern – auch in Hamburg!

Am 15.07. fand in Hamburg erstmals eine Aktionen gegen die Zwangsräumung eines Mieters statt. Schon am frühen Morgen fanden sich über 50 Personen im Harburger Stadtteil Rönneburg ein, um die Zwangsräumung von Hans Werner Mathies zu verhindern. Hans Werner sollte nach einem jahrelangen Mietverhältnis aus seiner Wohnung geworfen werden. Als Vermieter fungierte der Verein „fördern und wohnen“ (fw), der den Wohnkomplex wiederum von der städtischen Wohnbaugesellschaft SAGA übernommen hatte. Die will das Mehrparteienhaus jetzt aufhübschen – Mieter wie der 69-jährige Hans Werner scheinen da nicht ins Bild zu passen.

Doch die zwei Gerichtsvollzieher hatten scheinbar nicht mit den rund 50 AktivistInnen gerechnet, die sich vor Ort mit Hans Werner solidarisierten. Deswegen holte sie sich zur Verstärkung eine Hundertschaft der Polizei. Die Anwesenden blockierten trotz Androhung von Zwangsmitteln die Hauseingänge mittels Sitz- und Stehblockaden.

Letztendlich konnte die Zwangsräumung nicht verhindert werden, es kann aber als Erfolg des sich neu gegründeten Bündnisses gegen Zwangsräumungen gewertet werden, dass sich doch eine beträchtliche Anzahl Menschen in einen relativ innenstadtfernen Stadtteil aufmachten um sich mit dem betroffen Mieter zu solidarisieren. Nun gilt es an diese gelungene Aktion anzuknüpfen und auch in Hamburg Proteste gegen Zwangsräumungen zu etablieren.

Ab sofort können mittwochs von 16 bis 18 Uhr Betroffene in der GWA St. Pauli am Hein-Köllisch-Platz sich persönlich oder telefonisch unter 410 98 87 46 melden und um Unterstützung bitten.

Mehr Infos: www.mietenwahnsinn.de

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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