Solidarität mit dem angeklagten Antifaschisten!

Am 25. November 2013 findet vor dem Amtsgericht Wolfsburg die Hauptverhandlung gegen Olaf statt, der lüneburger Antifaschist ist wegen angeblicher „Aufforderung zu Straftaten“ angeklagt. Er soll am 1. Juni 2013 eine rund 200köpfige Gruppe von Antifaschist_innen „angeführt“ und mehrmals per Megafon dazu auf gerufen haben, einen Naziaufmarsch zu verhindern bzw. zu blockieren.

Am 1. Juni 2013 fand im niedersächsischen Wolfsburg der sog. „Tag der deutschen Zukunft“ statt, ein rassistischer Aufmarsch norddeutscher Neonazigruppen. Während 6000 Menschen gegen den Naziaufmarsch protestierten, ermöglichte ein riesiges Polizeiaufgebot den rund 550 Nazis einen ungestörten Marsch durch ein Gewerbegebiet.

Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren gegen Antifaschist_innen ein. Zwei wegen „Aufforderung zu Straftaten“ gegen Olaf . Ihm wurde zusätzlich noch vorgeworfen, verantwortlich für den Aufruf des antifaschistischen Bündnis „NO TddZ – Keine Zukunft für Nazis!“ gewesen zu sein und diesen auf der Internetseite des Bündnis eingestellt zu haben. Dieses Verfahren wurde mittlerweile durch die zuständige Staatsanwaltschaft eingestellt.

In der Ermittlungsakte findet sich an keiner Stelle ein Fakt, mit dem eine angebliche „Aufforderung zu Straftaten belegt werden kann. Vielmehr finden sich dort die Phantasien der Polizei, nach denen Olaf eine „Führungsrolle“ innerhalb von Antifa-Strukturen zugeschrieben werden. So soll er nicht nur am 1. Juni 2013 in Wolfsburg „Führungsverantwortlich“ gewesen sein, er soll nach Erkenntnissen der Polizei sogar „Koordinator der norddeutschen Antifa-Gruppen“ sein.

Mit diesen Konstrukten wird nicht nur eine Beobachtung und Verfolgung von Antifaschist_innen durch die Polizei und den Geheimdienst begründet, sondern dienen sie auch der massiven Kriminalisierung von antifaschistischen Gruppen und Aktionen.

Gemeint sind wir alle!

Repressionen gegen aktive Antifaschist_innen sind wahrlich nichts Neues. Olaf kann davon seit langem ein Lied singen. Zum einen ist er seit Jahren im Visier von Neonazis und es kam zu diversen Übergriffen. So wurde er zuletzt im August 2012 von Neonazis hinterrücks angegriffen und mit einem Messer verletzt. Zum anderen kommt es andauernd zu Repressionen seitens der Polizei und Justiz. Immer wieder wurde er mit Ermittlungsverfahren, Hausdurchsuchungen, Überwachungsmaßnahmen und Prozessen überzogen. Nach eigenen Angaben führt die Polizei seit 1989 Ermittlungsverfahren gegen ihn. Mit der anhaltenden Kriminalisierungs- und Diffamierungskampagne soll ein politisch aktiver Mensch mundtot gemacht werden.

Olaf ist in der Antifaschistischen Aktion Lüneburg / Uelzen organisiert. Die seit 1998 bestehende Gruppe steht seit ihrer Gründung für kontinuierliche, verbindliche und öffentlichkeitswirksame antifaschistische Politik. Sie war und ist Teil verschiedener Bündnisse in der Region. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen organisiert mit anderen Antifaschist_innen verschiedenste Aktionen gegen Aufmärsche und Veranstaltungen von Neonazis und extrem rechter Organisationen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht auf die Orte Uelzen und Lüneburg, sondern die Gruppe ist auch überregional aktiv. Olaf ist für seine politischen Aktivitäten wie kaum ein anderer in Lüneburg und Umgebung in der Öffentlichkeit bekannt.

In den letzten Jahren war er in verschiedenen Orten Anmelder von Demonstrationen und Kundgebungen und trat auf vielen Veranstaltungen auf. In der Ermittlungsakte zum Prozess in Wolfsburg heißt es dazu, dass er „rund 100 Aktionen, Demonstrationen, Kundgebungen und sonstige Veranstaltungen angemeldet“ hätte. Dies nimmt die Polizei und der „Verfassungsschutz“ zum Anlass, ihm eine „Führungsverantwortlichkeit“ zuzuschreiben. Dies kann dann auch strafverschärfend in den Prozessen genutzt werden. Es ist dann auch nicht verwunderlich, wenn in der Ermittlungsakte zum Prozess mehr zu den vermeintlichen „Führungsaktivitäten“ zu finden ist, als konkrete Vorwürfe zur eigentlichen Straftat.

In den Akten der Polizei finden sich Sätze wie diese: „Auch in Wolfsburg zum Demonstrationsgeschehen am 1. Juni 2013 nahm an nahezu allen Vorbereitungstreffen teil, war Wortführer und rief bereits zu dieser Zeit zu Blockaden auf“ oder „Im Vorfeld wurde offen zu Sitz- und Gleisblockaden, Bahnhofsbesetzung, Angriffen auf Rechte und staatliche Institutionen wie die Polizei aufgerufen. […] Dabei trat die Antifa Lüneburg, namentlich der einschlägig bekannte Olaf Meyer in besonderem Maße in Erscheinung“.

Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Nazis. So veröffentlichten diese einen Tag vor dem Aufmarsch in Wolfsburg einen Artikel auf ihrer Internetseite, in dem sich dann auch folgender Satz findet: „Das Bündnis „Schulterschluss der Demokraten“ hat einen „Anführer“ der vielen politisch Aktiven in Norddeutschland bekannt sein dürfte: Olaf Meyer!“. Außerdem wird behauptet, das er für die „Koordinationsarbeit“ in Wolfsburg verantwortlich sei und es „6 Augengespräche“ zwischen dem Wolfsburger Oberbürgermeister, dem 1. Bevollmächtigten der örtlichen IG-Metall sowie Olaf gegeben hätte. Und auch die Nazis sprechen von Gewalttätigkeiten gegen Teilnehmer des Naziaufmarsches und eingesetzten Polizeibeamten. Im Vergleich der Wortwahl, Analyse und Gegnerbestimmung von Naziveröffentlichungen und staatlicher Anklage tritt eine gefährliche Nähe zu Tage, deren Ursache Fragen aufwirft.

Naziaufmärsche blockieren ist legitim und notwendig!

Es ist zu begrüßen, wenn Menschen in ihrem Engagement über die so häufig inszenierten Lippenbekenntnisse staatlicher Akteure hinausgehen und selbst aktiv werden und selbstbestimmt und kollektiv für ihre Meinung auf die Straße gehen. Das öffentliche Auftreten der Nazis wird vom Staat geduldet, ihre Aufmärsche, Wahlveranstaltungen oder Infostände von der Polizei geschützt und immer wieder mit erheblicher Gewalt durchgesetzt, oftmals mit dem Verweis auf angeblich demokratische Grundrechte.

Im November 2013 jährt sich das Auffliegen der Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zum zweiten Mal. Die aus rechten Strukturen stammenden Mörder sind jahrelang durch die BRD gezogen und haben zum Teil unter den Augen staatlicher Geheimdienste neun Menschen türkischer, kurdischer, griechischer Herkunft sowie eine Polizistin getötet und mit mindestens zwei Bombenanschlägen viele weitere verletzt. Der Skandal rund um den „NSU“ machte der Öffentlichkeit wieder einmal deutlich, was antifaschistische Gruppen und Initiativen sowie Betroffene rassistischer Gewalt schon seit Jahrzehnten feststellen: Nazis morden und greifen Andersdenkende und Menschen an, die nicht in ihr menschenverachtendes, rassistisches Weltbild passen. Trotz diverser Informationen haben Politik, Polizei und „Verfassungsschutz“ mehr als zehn Jahre lang die rechten Serienkiller unbehelligt morden lassen. Gleichzeitig unterstützt der Staat Naziorganisationen durch Geldzahlungen an V-Leute, von denen auch der „NSU“ profitierte.

Mindestens neun Migranten ermordete der „NSU“. Die Polizei befeuerte mit ihren Presseberichten und rassistischen Ermittlungsstrategien („Döner-Morde“ und Ermittlungsgruppe „Bosporus“) sogar den rassistischen gesellschaftlichen Diskurs. Die ideologische Verblendung und Ignoranz der Beamten die in der Mordserie ermittelten, kann nur aus einem rassistischen Klima heraus erklärt werden. In einem Klima in dem es üblich ist, Kriminalität als „kulturbedingt“ zu betrachten, ist es nicht verwunderlich, dass einige Medien und Polizeibeamte die Opfer denunzieren, statt die Täter zu ermitteln. Die Überwachung der Naziszene war und ist angeblich so gering, dass über einen Zeitraum von über zehn Jahren kein Hinweis auf die Protagonisten und deren Unterstützer zu gewinnen war. Dies wundert angesichts des enormen Aufwandes, der für die Kriminalisierung, Überwachung und Verfolgung der antifaschistischen Bewegung betrieben wird. Es ist offensichtlich, dass die Nazibedrohung systematisch bagatellisiert und Opferzahlen kleingerechnet wurden und werden. Am 1. Juni 2013 konnte mensch in Wolfsburg erleben, wie eine Rot-Grüne-Landesregierung die Polizei einen Aufmarsch von Nazis, die keinen Hehl aus ihrer Sympathie für den „NSU“ und deren Morde machen und ideologisch den gleichen Rassismus vertreten, durchsetzen ließ.

Entschlossenes und kontinuierliches antifaschistisches Engagement ist deshalb wichtiger denn je! Wobei massenhafte Regelverstöße – wie z. B. Blockaden von Naziaufmärschen – ein legitimes Mittel darstellen. Massenhafte kollektive Regelübertretungen sind in den letzten Jahren zu einer neuen Protestkultur geworden und ermöglichten Erfolge gegen Naziaufmärsche, wie in den letzten Jahren in Dresden oder im Sommer diesen Jahres in Bad Nenndorf.

No Pasaran!

Die Polizeimaßnahmen, Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen Antifaschist_innen stehen exemplarisch für eine Politik gegen Menschen, deren Engagement gegen alte und neue Nazis sich nicht nur in moralischen Appellen äußert, sondern die sich aktiv in den Weg der faschistischen Mörderbanden stellen. Wann auch immer Menschen die Initiative ergreifen und ohne staatliche Genehmigung selbstständig gegen Nazis vorgehen, werden sie mit der Staatsgewalt in Form von brutalen Polizeieinsätzen und folgenden Gerichtsverfahren konfrontiert. Mit Prozessen – wie dem am 25. November 2013 in Wolfsburg – sollen Exempel statuiert werden. Sie sollen als Abschreckung dienen, für alle jene, die gezielt und organisiert den faschistischen Terror bekämpfen. Unsere Antwort auf die Kriminalisierung antifaschistischer Aktionen und den Prozess am 25. November 2013 in Wolfsburg ist die Solidarität mit dem Angeklagten und der Aufruf, am 7. Juni 2014 in Dresden den nächsten rassistischen „Tag der deutschen Zukunft“ und alle andern Naziaufmärsche zu verhindern!

Antifaschistische Gruppe Braunschweig (A.G.B.), Antifaschistische Gruppe Bremen, Antifaschistische Aktion Burg, Antifaschistisches Plenum Braunschweig, Antifa Defiant Greifswald, [a²] Hamburg, www.antifainfo.de, Antifacafe Hamburg, Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) – Hamburg, Infoladen Hameln, Antifaschistische Jugend Goslar, Antifaschistische Linke International >A.L.I.< Göttingen, Autonome Antifa-Koordination Kiel, Antifa Herzogtum Lauenburg [AHL], Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen, [S.C.A.] Salt City Antifas, antifa.elf Oldenburg, AZ Kim Hubert Salzwedel, Rote Hilfe OG Salzwedel, Jugendantifa Uelzen, Red And Anarchist Skinheads [RASH] 100er Crew

Prozess:
Montag, 25. November
Treffpunkt um 8:30 Uhr vor dem Amtsgericht
Rothenfelder Straße 43
Wolfsburg

Solikonto:
Solidarität (Kontoinhaberin)
Volksbank Lüneburger Heide eG
BLZ: 240 603 00
Konto: 125 381 600
Verwendungszweck: „Wolfsburg“ (bitte unbedingt angeben)

„Wir gehen in Kürze los und werden den Naziaufmarsch blockieren“

Am 25. November 2013 findet vor dem Amtsgericht Wolfsburg die

Hauptverhandlung gegen Olaf statt, der lüneburger Antifaschist ist

wegen angeblicher „Aufforderung zu Straftaten“ angeklagt. Er soll am 1.

Juni 2013 eine rund 200köpfige Gruppe von Antifaschist_innen „angeführt“

und mehrmals per Megafon dazu auf gerufen haben, einen Naziaufmarsch zu

verhindern bzw. zu blockieren.

Am 1. Juni 2013 fand im niedersächsischen Wolfsburg der sog. „Tag der

deutschen Zukunft“ statt, ein rassistischer Aufmarsch norddeutscher

Neonazigruppen. Während 6000 Menschen gegen den Naziaufmarsch

protestierten, ermöglichte ein riesiges Polizeiaufgebot den rund 550

Nazis einen ungestörten Marsch durch ein Gewerbegebiet.

Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren gegen

Antifaschist_innen ein. Zwei wegen „Aufforderung zu Straftaten“ gegen

Olaf . Ihm wurde zusätzlich noch vorgeworfen, verantwortlich für den

Aufruf des antifaschistischen Bündnis „NO TddZ – Keine Zukunft für

Nazis!“ gewesen zu sein und diesen auf der Internetseite des Bündnis

eingestellt zu haben. Dieses Verfahren wurde mittlerweile durch die

zuständige Staatsanwaltschaft eingestellt.

In der Ermittlungsakte findet sich an keiner Stelle ein Fakt, mit dem

eine angebliche „Aufforderung zu Straftaten belegt werden kann. Vielmehr

finden sich dort die Phantasien der Polizei, nach denen Olaf eine

„Führungsrolle“ innerhalb von Antifa-Strukturen zugeschrieben werden. So

soll er nicht nur am 1. Juni 2013 in Wolfsburg „Führungsverantwortlich“

gewesen sein, er soll nach Erkenntnissen der Polizei sogar „Koordinator

der norddeutschen Antifa-Gruppen“ sein.

Mit diesen Konstrukten wird nicht nur eine Beobachtung und Verfolgung

von Antifaschist_innen durch die Polizei und den Geheimdienst begründet,

sondern dienen sie auch der massiven Kriminalisierung von

antifaschistischen Gruppen und Aktionen.

Gemeint sind wir alle!

Repressionen gegen aktive Antifaschist_innen sind wahrlich nichts Neues.

Olaf kann davon seit langem ein Lied singen. Zum einen ist er seit

Jahren im Visier von Neonazis und es kam zu diversen Übergriffen. So

wurde er zuletzt im August 2012 von Neonazis hinterrücks angegriffen und

mit einem Messer verletzt. Zum anderen kommt es andauernd zu

Repressionen seitens der Polizei und Justiz. Immer wieder wurde er mit

Ermittlungsverfahren, Hausdurchsuchungen, Überwachungsmaßnahmen und

Prozessen überzogen. Nach eigenen Angaben führt die Polizei seit 1989

Ermittlungsverfahren gegen ihn. Mit der anhaltenden Kriminalisierungs-

und Diffamierungskampagne soll ein politisch aktiver Mensch mundtot

gemacht werden.

Olaf ist in der Antifaschistischen Aktion Lüneburg / Uelzen

organisiert. Die seit 1998 bestehende Gruppe steht seit ihrer Gründung

für kontinuierliche, verbindliche und öffentlichkeitswirksame

antifaschistische Politik. Sie war und ist Teil verschiedener Bündnisse

in der Region. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen

organisiert mit anderen Antifaschist_innen verschiedenste Aktionen gegen

Aufmärsche und Veranstaltungen von Neonazis und extrem rechter

Organisationen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht auf die Orte Uelzen

und Lüneburg, sondern die Gruppe ist auch überregional aktiv. Olaf ist

für seine politischen Aktivitäten wie kaum ein anderer in Lüneburg und

Umgebung in der Öffentlichkeit bekannt.

In den letzten Jahren war er in verschiedenen Orten Anmelder von

Demonstrationen und Kundgebungen und trat auf vielen Veranstaltungen

auf. In der Ermittlungsakte zum Prozess in Wolfsburg heißt es dazu, dass

er „rund 100 Aktionen, Demonstrationen, Kundgebungen und sonstige

Veranstaltungen angemeldet“ hätte. Dies nimmt die Polizei und der

„Verfassungsschutz“ zum Anlass, ihm eine „Führungsverantwortlichkeit“

zuzuschreiben. Dies kann dann auch strafverschärfend in den Prozessen

genutzt werden. Es ist dann auch nicht verwunderlich, wenn in der

Ermittlungsakte zum Prozess mehr zu den vermeintlichen

„Führungsaktivitäten“ zu finden ist, als konkrete Vorwürfe zur

eigentlichen Straftat.

In den Akten der Polizei finden sich Sätze wie diese: „Auch in Wolfsburg

zum Demonstrationsgeschehen am 1. Juni 2013 nahm an nahezu allen

Vorbereitungstreffen teil, war Wortführer und rief bereits zu dieser

Zeit zu Blockaden auf“ oder „Im Vorfeld wurde offen zu Sitz- und

Gleisblockaden, Bahnhofsbesetzung, Angriffen auf Rechte und staatliche

Institutionen wie die Polizei aufgerufen. […] Dabei trat die Antifa

Lüneburg, namentlich der einschlägig bekannte Olaf Meyer in besonderem

Maße in Erscheinung“.

Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Nazis. So veröffentlichten diese

einen Tag vor dem Aufmarsch in Wolfsburg einen Artikel auf ihrer

Internetseite, in dem sich dann auch folgender Satz findet: „Das Bündnis

„Schulterschluss der Demokraten“ hat einen „Anführer“ der vielen

politisch Aktiven in Norddeutschland bekannt sein dürfte: Olaf Meyer!“.

Außerdem wird behauptet, das er für die „Koordinationsarbeit“ in

Wolfsburg verantwortlich sei und es „6 Augengespräche“ zwischen dem

Wolfsburger Oberbürgermeister, dem 1. Bevollmächtigten der örtlichen

IG-Metall sowie Olaf gegeben hätte. Und auch die Nazis sprechen von

Gewalttätigkeiten gegen Teilnehmer des Naziaufmarsches und eingesetzten

Polizeibeamten.

Im Vergleich der Wortwahl, Analyse und Gegnerbestimmung von

Naziveröffentlichungen und staatlicher Anklage tritt eine gefährliche

Nähe zu Tage, deren Ursache Fragen aufwirft.

Naziaufmärsche blockieren ist legitim und notwendig!

Es ist zu begrüßen, wenn Menschen in ihrem Engagement über die so häufig

inszenierten Lippenbekenntnisse staatlicher Akteure hinausgehen und

selbst aktiv werden und selbstbestimmt und kollektiv für ihre Meinung

auf die Straße gehen.

Das öffentliche Auftreten der Nazis wird vom Staat geduldet, ihre

Aufmärsche, Wahlveranstaltungen oder Infostände von der Polizei

geschützt und immer wieder mit erheblicher Gewalt durchgesetzt, oftmals

mit dem Verweis auf angeblich demokratische Grundrechte.

Im November 2013 jährt sich das Auffliegen der Neonazigruppe

„Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zum zweiten Mal. Die aus

rechten Strukturen stammenden Mörder sind jahrelang durch die BRD

gezogen und haben zum Teil unter den Augen staatlicher Geheimdienste

neun Menschen türkischer, kurdischer, griechischer Herkunft sowie eine

Polizistin getötet und mit mindestens zwei Bombenanschlägen viele

weitere verletzt. Der Skandal rund um den „NSU“ machte der

Öffentlichkeit wieder einmal deutlich, was antifaschistische Gruppen und

Initiativen sowie Betroffene rassistischer Gewalt schon seit Jahrzehnten

feststellen: Nazis morden und greifen Andersdenkende und Menschen an,

die nicht in ihr menschenverachtendes, rassistisches Weltbild passen.

Trotz diverser Informationen haben Politik, Polizei und

„Verfassungsschutz“ mehr als zehn Jahre lang die rechten Serienkiller

unbehelligt morden lassen. Gleichzeitig unterstützt der Staat

Naziorganisationen durch Geldzahlungen an V-Leute, von denen auch der

„NSU“ profitierte.

Mindestens neun Migranten ermordete der „NSU“. Die Polizei befeuerte

mit ihren Presseberichten und rassistischen Ermittlungsstrategien

(„Döner-Morde“ und Ermittlungsgruppe „Bosporus“) sogar den rassistischen

gesellschaftlichen Diskurs. Die ideologische Verblendung und Ignoranz

der Beamten die in der Mordserie ermittelten, kann nur aus einem

rassistischen Klima heraus erklärt werden. In einem Klima in dem es

üblich ist, Kriminalität als „kulturbedingt“ zu betrachten, ist es nicht

verwunderlich, dass einige Medien und Polizeibeamte die Opfer

denunzieren, statt die Täter zu ermitteln.

Die Überwachung der Naziszene war und ist angeblich so gering, dass über

einen Zeitraum von über zehn Jahren kein Hinweis auf die Protagonisten

und deren Unterstützer zu gewinnen war. Dies wundert angesichts des

enormen Aufwandes, der für die Kriminalisierung, Überwachung und

Verfolgung der antifaschistischen Bewegung betrieben wird. Es ist

offensichtlich, dass die Nazibedrohung systematisch bagatellisiert und

Opferzahlen kleingerechnet wurden und werden.

Am 1. Juni 2013 konnte mensch in Wolfsburg erleben, wie eine

Rot-Grüne-Landesregierung die Polizei einen Aufmarsch von Nazis, die

keinen Hehl aus ihrer Sympathie für den „NSU“ und deren Morde machen und

ideologisch den gleichen Rassismus vertreten, durchsetzen ließ.

Entschlossenes und kontinuierliches antifaschistisches Engagement ist

deshalb wichtiger denn je! Wobei massenhafte Regelverstöße – wie z. B.

Blockaden von Naziaufmärschen – ein legitimes Mittel darstellen.

Massenhafte kollektive Regelübertretungen sind in den letzten Jahren zu

einer neuen Protestkultur geworden und ermöglichten Erfolge gegen

Naziaufmärsche, wie in den letzten Jahren in Dresden oder im Sommer

diesen Jahres in Bad Nenndorf.

No Pasaran!

Die Polizeimaßnahmen, Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen

Antifaschist_innen stehen exemplarisch für eine Politik gegen Menschen,

deren Engagement gegen alte und neue Nazis sich nicht nur in moralischen

Appellen äußert, sondern die sich aktiv in den Weg der faschistischen

Mörderbanden stellen. Wann auch immer Menschen die Initiative ergreifen

und ohne staatliche Genehmigung selbstständig gegen Nazis vorgehen,

werden sie mit der Staatsgewalt in Form von brutalen Polizeieinsätzen

und folgenden Gerichtsverfahren konfrontiert. Mit Prozessen – wie dem am

25. November 2013 in Wolfsburg – sollen Exempel statuiert werden. Sie

sollen als Abschreckung dienen, für alle jene, die gezielt und

organisiert den faschistischen Terror bekämpfen.

Unsere Antwort auf die Kriminalisierung antifaschistischer Aktionen und

den Prozess am 25. November 2013 in Wolfsburg ist die Solidarität mit

dem Angeklagten und der Aufruf, am 7. Juni 2014 in Dresden den nächsten

rassistischen „Tag der deutschen Zukunft“ und alle andern

Naziaufmärsche zu verhindern!

Antifaschistische Gruppe Braunschweig (A.G.B.)

Antifaschistische Gruppe Bremen

Antifaschistische Aktion Burg

[a²] Hamburg

www.antifainfo.de

Antifacafe Hamburg

Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) – Hamburg

Infoladen Hameln

Antifaschistische Jugend Goslar

Antifaschistische Linke International >A.L.I.< Göttingen

Autonome Antifa-Koordination Kiel

Antifa Herzogtum Lauenburg [AHL]

Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen

[S.C.A.] Salt City Antifas

antifa.elf Oldenburg

AZ Kim Hubert, Salzwedel

Rote Hilfe OG Salzwedel

Jugendantifa Uelzen

Red And Anarchist Skinheads [RASH] 100er Crew

Prozess:

Montag, 25. November

Treffpunkt um 8:30 Uhr vor dem Amtsgericht

Rothenfelder Straße 43

Wolfsburg

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

Das könnte auch interessant sein...