Antifascism är inget brott – Solidarität mit Revolutionära Fronten Schweden!

Am 19. November wurden in Schweden 13 Wohnungen durchsucht und dabei 10 Personen vorläufig festgenommen. Den Antifaschist_innen der Gruppe Revolutionära Fronten (RF) werden unter anderem Aktionen gegen Nazi-Aufmärsche im Mai und September dieses Jahres sowie gegen ein Nazi-Konzert 2012 vorgeworfen.Ein weiteres Mal wird gegen aktive Antifaschist_innen vorgegangen, die sich dem Treiben der Nazis offensiv entgegenstellen. Antifaschismus ist und bleibt notwendig und kein Verbechen!

Hier noch ein Kurzinteview mit Revolutionära Fronten (RF) aus dem Sommer 2013, also noch vor dem aktuellen Repressionsschlag:

Erzählt doch erstmal etwas über Eure Gruppe…

Revolutionära Fronten (RF) wurde 2002 mit dem Ziel gegründet Menschen zu organisieren, für die sich die Linke zu dieser Zeit nicht interessierte. Es gab einen sehr strikten „sozialen Kodex“ und wer diesen Ansprüchen nicht entsprach, der hatte keine Möglichkeit sich zu organisieren. Wir wollten das ändern und die Menschen organisieren, die ausgeschlossen wurden und trotzdem der Überzeugung waren, etwas beitragen zu können um ihre Situation zu verändern. Zuerst waren wir hauptsächlich eine antifaschistische Gruppe aber über die Jahre haben wir unsere eigenen Wege entwickelt, um auf soziale Probleme und die sozialistische Lösung dafür aufmerksam zu machen. Als Gruppe hängen wir keiner bestimmten Ideologie an, aber wir bezeichnen uns als revolutionäre Sozialisten. Darunter verstehen wir, dass wir uns auf den Klassenkampf beziehen aber eben nicht auf eine spezielle Ideologie. Die Linke in Schweden ist zu schwach um in Diskussionen und Konflikten um ideologische Tendenzen – wie „Anarchismus gegen Kommunismus“ – Zeit zu verlieren. Wir folgen einem einfachen aber starken Prinzip: Offenheit in der Diskussion, Einheit in der Aktion.

Wie ist die politische Situation in Schweden allgemein? Wie ist die Situation für Eure Gruppe?

Die Situation unserer Gruppe ist aktuell ziemlich gut, wir sind stark und hatten in den letzten Jahren nie so viele Aktivisten wie heute. Die politische Situation ist eine andere Frage. Wir haben eine ziemlich rechte Regierung, die seit sieben Jahren (acht Jahre bei den Wahlen im nächsten Jahr) den bekannten schwedischen „Wohlfahrtsstaat“ zerstört. Dazu zählt beispielsweise die öffentliche Bildung. Schweden ist das Land in Europa, wo die Klassenunterschiede und sozialen Ungleichheiten am stärksten wachsen. Auf den Straßen ist es – politisch gesehen – ziemlich ruhig. Es gibt nur wenige marginalisierte faschistische Gruppen und die meisten haben zu viel Angst um nachts herumzuziehen. Manchmal gibt es Auseinandersetzungen aber hauptsächlich hat sich die faschistische Bewegung in Schweden in die Sicherheit von sozialen Medien im Internet zurückgezogen.

Wie steht es um die Linke in Schweden?

Ich denke das hängt davon ab wen du fragst. Viele Leute hoffen auf die Wahlen im nächsten Jahr und wenn man sich die Umfragen anguckt dann wird es einen Regierungswechsel geben. Wie auch immer – die, die wahrscheinlich gewinnen werden sind auch nicht besser als die, die wir jetzt an der Regierung haben. Sie werden den [Sozial]abbau vielleicht verlangsamen aber nicht stoppen. Und zur gleichen Zeit gibt es eine Menge Leute die aufwachen und die sehen, dass da was nicht stimmt und sie wollen sich organisieren um eine Verbesserung zu erreichen. Währenddessen gibt es aber auch welche, die in faschistischen Organisationen nach  einfacheren Lösungen suchen. Wir beobachten ein Anwachsen faschistischer Meinungen, die über die Medien und das Internet verbreitet werden.

Was macht Ihr gerade? Welche Projekte gibt es aktuell?

Wir haben gerade eine Reihe von Aktionen gegen den faschistischen Aufmarsch in Stockholm am 14. November vorbereitet und durchgeführt. Jetzt wenden wir uns der Frage zu, wie wir die kommenden Wahlen im Interesse der ArbeiterInnenklasse nutzen können.

Was macht Eure antifaschistische Arbeit?

Wie schon erwähnt, ist die Stärke der Faschisten auf der Straße sehr gering. 10 Jahre harter, militanter Antifaschismus haben das möglich gemacht. Es gibt verschiedene Ansichten darüber, ob die faschistische Bewegung stärker wird oder nicht. Vor einigen Wochen marschierte die größte faschistische Gruppe in Stockholm, insgesamt waren es um die 200 Leute. Das ist ungefähr die selbe Größe die diese Gruppe in den letzten fünf Jahren mobilisieren konnte. Unter diesem Aspekt werden sie also nicht stärker. Online gibt es dagegen einen anderen Trend, ihre Webseiten und Foren sind aktiver als sie es eine ganze Weile waren. Wir werden in den nächsten Jahren sehen, was sich für sie mehr ausgezahlt hat.

Wie ist die Gesamtsituation der lohnabhängigen Klasse in Schweden?

Wie ich gesagt habe: Schweden ist das Land in Europa mit den am schnellsten wachsenden Klassenwidersprüchen und wir sind heute weit davon entfernt, „das gleichste Land der Welt“ zu sein, wie wir es einmal waren. Insgesamt würde ich sagen, dass die Situation für die schwedische ArbeiterInnenklasse düster aussieht und die Zukunft im Augenblick nicht viel strahlender aussieht.

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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