Hier eine Zukunft!

Auch nach über einem Jahr weigert sich der Hamburger Senat auf die Forderungen der Gruppe Lampedusa in Hamburg einzugehen. Trotz der widrigen Umstände, der Tatsache, dass die Gruppe seit dem Ende des solidarischen Winternotprogramms wieder auf der Straße lebt und für Proteste auf ein würdevolles Leben Prügel vor dem Hamburger Rathaus bezieht, geht ihr Kampf weiter. Einen erneuten Versuch für ein Bleiberecht in Hamburg einzustehen gibt es nun mit dem Manifest „Hier eine Zukunft!“, dass unter der Schirmherrschaft zahlreichter Prominenter für eine Zukunft der Gruppe in Hamburg eintritt und nach wenigen Tagen schon über 2000 UnterzeichnerInnen gefunden hat. Desweiteren rufen die UnterstützerInnen der Gruppe Lampdusa in Hamburg für den 5. Juli erneut zu einer Großdemonstration auf. Beteiligt euch und unterstützt den Kampf der Geflüchteten für ihr Bleiberecht!
Anerkennung der Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg’ – jetzt!
Sofortige Arbeitserlaubnis – Bleiberecht z.B. nach §23

Dafür kämpft die Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg’ seit über 1 Jahr mit unzähligen Veranstaltungen, Besuchen von Schulen, Universitäten, Nachbarschaftsversammlungen, Kirchen, mit Demonstrationen und anderen Aktionen, zuletzt mit einem Sitzstreik auf dem Rathausmarkt, bei dem durch brutale Polizeiangriffe 5 Menschen verletzt und 7 festgenommen wurden. Dafür haben wir zusammen am 1. Mai in der DGB-Demo und in einer Parade demonstriert, nach der eine ehemalige Schule in der Laeiszstraße zum Refugee Welcome Center erklärt wurde, dem Lampedusa in Hamburg Haus.

Deklaration der Gruppe Lampedusa in Hamburg, 6/2014
LAMPEDUSA IN HAMBURG HAUS
> Wir, Lampedusa in Hamburg, wollen das Haus zu einem historischen Ort machen.
> Wir begreifen das Haus als Symbol für uns Nato-Kriegsflüchtlinge.
> Wir wollen das Haus nutzen, um unsere professionellen und kreativen Fähigkeiten umzusetzen.
> Wir wollen das Haus als Schule nutzen, z.B. um die deutsche Sprache zu lernen.
> Das Haus bedeutet für uns die Wahrung unserer grundlegenden Rechte – wir haben es satt auf der Straße zu leben.
> Wir brauchen das Haus, um unsere Würde zu schützen.
> Wir brauchen das Haus, um als Familie zusammen zu bleiben.
> Wir brauchen das Haus, um unseren legitimen politischen Kampf weiter zu führen.

Heute, nach Auslaufen der Winternotprogramme, stehen viele Mitglieder der Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg’ wieder auf der Straße dieser Stadt, zu der sie seit über 1 Jahr gehören. Sie haben in verschiedenen Berufen in Libyen gearbeitet, für ihre Familien in ihren Herkunftsländern gesorgt, mussten vor den NATO-Bomben fliehen und fanden nach der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer in Italien keine Möglichkeit sich eine Existenz aufzubauen. Sie wollen in Hamburg leben und wir wollen sie hier. Sie sind Teil unseres Lebens geworden, sie und wir brauchen dieses Haus. Wir, Freund_innen, Nachbar_innen, Kolleg_innen, Kommiliton_innen, Unterstützer_innen, Fans werden wieder und wieder und wieder demonstrieren, bis der Hamburger Senat dies anerkennt.

Lampedusa in Hamburg – they are here to stay!
Sofortige Anerkennung der von Italien ausgestellten Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse!

Demonstration 5. Juli 2014 – 12.00 Hachmannplatz, HH-Hauptbahnhof zum Lampedusa in Hamburg-Haus

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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