Demo: Weg mit dem PKK-Verbot

10444392_596242390485491_7705809280866046341_nAm 29.11.2014 findet eine Demo in Solidarität mit Rojava statt. Es steht die Forderung nach der Aufhebung des PKK-Verbots im Mittelpunkt, wegen dem auch der kurdische Aktivist Mehmet D. in Hamburg inhaftiert ist. Die Demo wird organisiert vom Bündnis „Hamburg für Rojava“, an dem auch wir uns beteiligen.

29.11. | 13h | S Sternschanze Hamburg

Aufruf von „Hamburg für Rojava“:
Seit dem 26. November 1993 ist die kurdische Arbeiterpartei PKK in Deutschland verboten. Ausgehend von dieser politischen Repression wurden in den folgenden Jahren bis in die Gegenwart tausende Aktivisten zu Geld- und Haftstrafen verurteilt, hunderte angeblich der PKK nahestehende Institutionen, Vereine und Veranstaltungen verboten. Ab 2012 werden kurdische Politiker sogar unter Terrorismusverdacht festgenommen und nur verurteilt, weil die PKK in Deutschland verboten ist und sie auf der ohnehin fragwürdigen EU-Terrorliste steht. Ihnen werden meistens keine wirklichen Straftaten vorgeworfen. Die Auflistung der PKK als terroristisch ist ein Geschenk an den Nato-Partner Türkei und damit eine politische Einschätzung. Wir schätzen die PKK anders ein, denn gerade sie haben sich immer wieder für einen dauerhaften Frieden und gegen die Unterdrückung des kurdischen Volkes durch die Türkei eingesetzt. In Syrien stellen sie sich aktuell den Islamisten in den Weg und verhindern gleichzeitig nun noch Massaker im Irak.

Wir stellen uns gegen die Kriminalisierung von zehntausenden Kurdinnen und Kurden, die sich hier nur für ihre Rechte einsetzen. So sitzt Mehmet Demir seit Ende August 2014 im Hamburger Untersuchungsgefängnis. Ihm wird vorgeworfen sich an der „ausländischen terroristischen Vereinigung PKK gemäß § 129b beteiligt zu haben“. Er soll im Jahr 2013 zunächst Verantwortlicher der PKK für die Regionen Duisburg, Köln, Bielefeld und Dortmund und anschließend für die Region Nord gewesen zu sein. In bisherigen Prozessen nach § 129b wurden gegen vermeintliche Gebietsverantwortliche Vorwürfe wie der Transport von Grillwagen von einem Ort zum Anderen, der Aufruf zu Demonstrationen oder die Konfliktlösung innerkurdischer Streitigkeiten als Beweise zu Ungunsten der Angeklagten ausgelegt. Dies wirkt nicht nur konstruiert, sondern zeigt auch den politischen Willen diese Personen in Schauprozess-ähnlichen Verfahren zu verurteilen.

Der „Islamische Staat“ (IS) hat seit mehreren Monaten weite Teile Iraks und Syriens erobert. Sie wurden systematisch von Saudi Arabien, Katar und auch von der Türkei hierbei unterstützt und hunderte radikale Islamisten aus weiten Teilen der Welt, auch aus Deutschland wurden rekrutiert. Seit etwa einem Jahr versuchen die Islamisten die Stadt Kobanê zu erobern. Doch die Kämpfenden der Volksverteidigungseinheiten YPG, bzw. der Fraueneinheiten der YPJ und die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) stellen sich ihnen in den Weg und verteidigen immer noch die Stadt. Kobanê ist dadurch zu einem Symbol des Widerstandes geworden, auch weil hier eine basisdemokratische, multiethnische und multireligiöse Selbstverwaltung mitten im syrischen Bürgerkrieg aufgebaut wurde.
Im Nordirak griffen die islamistischen Banden die Eziden im Şengal an und versuchten schon mehrmals diese religiöse Minderheit auszulöschen. Wieder waren es die Verteidigungseinheiten der YPG/YPJ und die PKK welche zur Hilfe eilten und einen humanitären Korridor freikämpften, damit die Menschen sich vor den Gräueltaten der IS retten konnten.
Auch bei weiteren Verbrechen stellten sich die Kämpfenden der Verteidigungseinheiten der YPG/YPJ und die PKK kompromisslos der grausamen Terrorbande des IS in den Weg. Gerade in den letzten Wochen haben diese Kämpfe an Intensität gewonnen und viele zehntausende Flüchtlinge unterschiedlicher Volksgruppen und Religionsgemeinschaften wurden durch die Kräfte von YPG/YPJ und PKK gerettet. Viele der Kämpfenden sind bei diesen Rettungsaktionen und anderen Auseinandersetzungen mit dem „Islamischen Staat“ bereits gefallen.

Wer den Hunderttausenden, die derzeit von den Terrorbanden des Islamischen Staates bedroht sind, wirklich helfen will, muss aufhören diejenigen zu bekämpfen und zu verfolgen, die den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ mit aller Entschlossenheit an vorderster Front führen und einen demokratischen Rückzugsort für Verfolgte aller Herkunft bereitstellen. Seine Solidarität und Hilfsbereitschaft für die bedrohten Menschen im Nahen Osten bekunden und gleichzeitig ihre Retter und Beschützer zu verfolgen und einzusperren ist an Verlogenheit kaum zu überbieten. Wer dem kurdischen Befreiungskampf weiter Steine in den Weg legt trägt Tag für Tag eine Mitschuld für die Gräueltaten im Mittleren Osten.

Freiheit für Mehmet Demir!
Weg mit dem PKK-Verbot!
Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf!

Hamburg für Rojava bei facebook

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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