26.01.: Keine Zwangsräumung in Wilhelmsburg!

Gegen eine drohende Zwangsräumung formiert sich Protest im Reiherstiegsviertel. Dort soll Heiko am nächsten Montag aus seiner Wohnung geworfen werden. Um seine Zwangsräumung zu verhindern, mobilisieren verschiedene Gruppen und solidarische Nachbar_innen.

stop_zwangsraeumungen_3_250pxHeiko wohnt seit über 15 Jahren in einem Haus der Genossenschaft „Bauverein Reiherstieg“ im Otterhaken 10. In dieser Zeit konnte er sich immer wieder erfolgreich gegen Mieterhöhungen und andere Zumutungen wehren. Seine Wohnung ist so vergleichsweise günstig geblieben – knapp 350 Euro warm für 50 m² – während der Bauverein in der Nachbarschaft die Mieten immer weiter angehoben hat. Direkt nebenan kostet die gleiche Wohnung fast die Hälfte mehr. Außerdem hat er sich auf den Genossenschaftsversammlungen für mehr Mieter_innenbeteiligung eingesetzt. Das hat dem Bauverein offenbar nicht gepasst. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen war die Genossenschaft mit ihrer Räumungsklage schließlich erfolgreich: Weil Heiko mehrfach seine Miete erst verspätet gezahlt hat, soll er jetzt raus. Nach vielen Gerichtsverfahren gibt es nun einen gültigen Räumungstitel, und der Gerichtsvollzieher hat sich für den 26. Janurar angekündigt.

In einer Gesellschaft, in welcher sich die Verteilung von Wohnraum nicht an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, sondern der Profitmaximierung dient, sind solche Vorgänge die Normalität. 2012 kam es in Hamburg zu 1590 Zwangsräumungen. Diese Zwangsräumungen und auch auch der vorangegange Stress mit dem Vermieter geschieht meistens im Stillen. Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass Heiko sich dem Druck nicht beugt und die Räumung nicht einfach so über sich ergehen lassen will.

Dass Zwangsräumungen nicht so einfach hingenommen werden müssen zeigen uns Beispiele aus anderen Städten. In Berlin und Köln gab es in den letzten Jahren Proteste und Blockaden gegen Zwangsräumungen, welche teilweise verhindert werden konnten. In Spanien sind Proteste gegen Zwangsräumungen inzwischen zur Massenbewegung geworden. Dort besteht mit der „Plattform der Hypothekengeschädigten“ in über 200 Städten ein Netzwerk, das nachbarschaftliche Solidarität organisiert, zu spontanen Blockaden mobilisiert, und an Krisenprotesten teilnimmt.

Termine:

Großes Nachbarschaftstreffen
Samstag – 24.1. – 14:00 Uhr – Honigfabrik, Industriestraße 125

Filmvorführung: Mietrebellen (in Anwesenheit des Filmteams)
Sonntag – 25.1. – 18.00 Uhr – Rick’s Cafe, Otterhaken 9

Zwangsräumung von Heiko gemeinsam blockieren!
Montag – 26.1. – 09.00 Uhr – Otterhaken und drumherum

Heiko bleibt!
Zwangsräumungen blockieren – auch in Hamburg!

aktuelle Informationen gibt es auf www.solidarisch.org

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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