Rassismus ist keine Alternative – Gemeinsam gegen die AfD!

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Am Samstag, dem 21. November 2015, will die rechtspopulistische AfD in Schwerin aufmarschieren. Mit verschiedenen antifaschistischen Gruppen und Zusammenhängen mobilisieren wir aus Hamburg zu den Gegenprotesten, um der rassistischen und nationalistischen Stimmungsmache entschlossen entgegenzutreten.

Seit einigen Wochen veranstaltet die AfD immer wieder Demonstrationen unter dem Motto „Asylchaos stoppen“. Während in Hamburg durch Blockaden verhindert werden konnte, dass die AfD durch die Innenstadt läuft, war die rechte Partei in andern Städten erfolgreicher. An einer AfD-Demo am 17. Oktober in Rostock beteiligten sich etwa 1000 Anhänger*in. Aus dem Aufmarsch – in dem sich auch etliche bekannte Nazis befanden – gab es mehrfach Angriffe auf Geflüchtete und Antifaschist*innen. In den vergangenen Wochen kommt es in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder zu rassistischen Aufmärschen. Neben der AfD ziehen regelmäßig „MVgida“, „MV.Patrioten“ und „…wehrt sich“-Gruppen mit mehreren hundert Leuten durch die Städte und Dörfer der Region. So auch durch Schwerin. Dort kam es außerdem vor wenigen Tagen zu Übergriffen von Nazis auf das linke Wohn- und Kulturprojekt „Komplex“. Etwa 15 – 20 Faschisten versuchten gewaltsam in das Zentrum einzudringen, was ihnen aber nicht gelang. Anschließend zogen sie zur Wohnung eines aktiven Antifaschisten, wo sie sich erneut erfolglos probierten Zutritt zu verschaffen.

Gerade die AfD versucht sich in letzter Zeit zunehmend als politische Kraft zwischen Straße und Parlament zu etablieren. Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl will sie sich mit dem „Asylthema“ profilieren und durch die eigenen nationalistischen Mobilisierungen die Diskurse weiter nach rechts verschieben. Die AfD knüpft gezielt an rassistische Ressentiments der sogenannten Mitte an und spitzt die bürgerlichen Debatten weiter zu. Sie deutet die empfundene Machtlosigkeit und Ohnmacht vieler Menschen im heutigen Kapitalismus nationalistisch um. Statt der Klassenverhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft greift sie bereits an den Rand gedrängte Gruppen wie Geflüchtete oder Muslime an, die sie für gesellschaftliche Probleme verantwortlich macht. Ihre reaktionären „Lösungen“ beruhen auf nichts anderem als der Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen, in dem gefährlichen Glauben, dass sich so die eigene Situation verbessern ließe. Wohin das führt machen die Pogromstimmung, rassistische Angriffe und hunderte Brandanschläge auf (geplante) Flüchtlingsunterkünfte in den letzten Monaten deutlich.

Wenn wir am 21. November von Hamburg nach Schwerin fahren, um die dortigen antifaschistischen Kräfte zu unterstützen, kann das nur ein erster Schritt sein. Um dem rassistischen Mob sein vermeintliches Hinterland zu nehmen, brauchen wir mehr als gelegentliche Antifa-Ausflüge – so notwendig die auch sind. Wir müssen die linken und fortschrittlichen Menschen in den Dörfern und Städten Mecklenburg-Vorpommerns stärken, die sich tagtäglich mit rassistischer und nationalistischer Hetze auseinandersetzen müssen. Denn um der dortigen Realität gerecht zu werden, reicht es nicht aus hier und da den Zeigefinger aus der Großstadt zu erheben. Auf lange Sicht müssen wir als radikale Linke den sozialen und politischen Raum zurückgewinnen, um rassistische und nationalistische Positionen frühzeitig zurückdrängen zu können. So utopisch es derzeit klingen mag: Internationale Solidarität, linke Klassenpolitik und emanzipatorische Gegenmacht entziehen reaktionärer Ideologie auf Dauer die Basis. Und solange wir an diesem Punkt noch nicht sind gilt es den Nazis und Rechtspopulisten wenigstens die Straße streitig machen – auf allen Ebenen, mit allen nötigen Mitteln! In diesem Sinne: Hamburg goes MV!

Gemeinsame Zuganreise zu den antifaschistischen Gegenprotesten:
Samstag | 21.11.2015 | 12 Uhr
DB-Reisezentrum | Hbf Hamburg

Mehr Infos: http://hhgoesmv.blogsport.de/

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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