09.01.2016: Gemeinsam zum Gedenken nach Paris

Am 09. Januar jährt sich der Mord an den drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez in Paris zum dritten Mal. Zum Gedenken an Sie wird es am 09.01.2016 eine Demonstration in Paris geben, zu der es eine gemeinsame Busanreise aus Hamburg geben wird. Unterstützt wird die Demonstration auch von verschiedenen Antifa-Gruppen aus Frankreich, die Anfang des Monats zu einer Kampagne gegen Daesh und für den Support der kurdischen Kräfte aufgerufen haben.

Hier der Aufruf zu der Demonstration. Kommt mit nach Paris!

Kein Vergeben, Kein Vergessen. – Ni Oubli, Ni Pardon.

Am 09.01.13 wurden die kurdischen Politikerinnen Sakine Cansız (Sara), Fidan Doğan (Rojbîn) und Leyla Söylemez (Ronahî) in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros Paris in der Rue La Fayette 147 heimtückisch mit Kopfschüssen ermordet. Diese Morde waren kein Zufall sondern geplante Exekutionen.

Bis heute gibt es keine Aufklärung der Tat, so ist die Frage der Beteiligung Ankaras und des türkischen Geheimdienstes (MIT) nicht geklärt und die Hintermänner nicht bekannt.

Sakine Cansiz, ein Gründungsmitglied der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Fidan Doğan, die Vertreterin des Kurdischen Nationalkongresses (KNK) in Frankreich und die Jugendaktivistin Leyla Söylemez wurden gezielt, als führende Persönlichkeiten der kurdischen Bewegung ausgewählt.

Bis heute gibt es keine gerichtliche Aufklärung der Tat, so ist die Frage der Beteiligung Ankaras und des türkischen Geheimdienstes (MIT) bisher offiziell nicht bestätigt. Beweise dafür liegen jedoch reichlich vor.

Sakine Cansiz hatte eine zentrale Rolle beim Aufbau der kurdischen Frauenbewegung. Ihr Kampf richtete sich gegen patriarchale und feudale Strukturen in der kurdischen Gesellschaft, sowie gegen die nationalistische Unterdrückung durch die Türkei. Sie ist vielen ein. Beispiel für Frauenbefreiung und Emanzipation.

Diese Vorstellungen, von einer basisdemokratischen, geschlechterbefreiten und ökologischen Gesellschaft; werden heute in den Kantonen Rojavas von den Frauen der YPJ gegen die Barbarei in Form der Mörderbanden des religiös-fundamentalistische “Islamische Staat” verteidigt.

Nach zahlreichen Aktionen, in Solidarität mit den Kämpfenden von YPG/YPJ in Rojava und gegen den IS von kurdischen, türkischen und deutschen linken-antifaschistischen Gruppen, gilt es weiter eine nebeneinander her auf zubrechen und mehr zu einem miteinander zu finden.

Weitere Schritte in die Richtung wurden schon gemacht, so gibt es in der Roten Flora jetzt einmal im Monat das – Antifa Enternational Café – von kurdischen und deutschen Linken zusammen gestaltet.

Seit der Ermordung von Sakine, Fidan & Leyla am 09.01.2013 versammeln sich jedes Jahr tausende Aktivist*innen aus ganz Europa in Paris, um ihre Trauer und Wut über die Morde auf die Straße zutragen. Gedenken auch wir an sie, so wie wir auch Clément Méric, dem Antifaschisten der Action Antifasciste Paris-Banlieue, der am 05.06.13. von Faschisten in Paris ermordet wurde, in Paris schon gedacht haben.

Mit Trauer im Herzen, aber tiefer Entschlossenheit zur Fortführung unseres Widerstandes, leben Sakine, Fidan, Leyla und Clément und alle anderen gefallenen Genoss_Innen in unserem weltweiten Kampf weiter.

paris
Gemeinsame Busfahrt zur Gedenkdemonstration nach Paris:
Abfahrt: 08.01.16 | 22 Uhr | ZOB/HBF
Tickets: 20€ in der Schanzenbuchhandlung & im kurdischer Kulturverein (Steindamm 62)

Termine:
25.12.15: Antifa Enternasyonal Café – Lesung aus dem zweiten Band der Tagebücher von Sakine Cansız. 19 Uhr | Rote Flora

09.01.16: Gedenkveranstaltung an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez in Paris

13.01.16: Gedenkveranstaltung & Lesung: Wir gedenken Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez. Lesung aus dem zweiten Band der Tagebücher von Sakine Cansız. 18.30 Uhr | Centro Sociale (U Feldstraße)

Kommt mit nach Paris! Es rufen auf: Antifa Pinneberg, YXK HH – Verband der Studierenden aus Kurdistan, Tatort Kurdistan, Projekt Revolutionäre Perspektive

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

Das könnte auch interessant sein...