10.04.: Gegen jeden Nationalismus – für internationalen Antifaschismus!

Für den 10. April rufen türkisch-nationalistische und faschistische Kräfte in verschiedenen Städten Deutschlands zu Aufmärschen auf. So auch in Hamburg. Hier wird aktuell für eine Demonstration um 16 Uhr an der Sternschanze mobilisiert. Ob dies der tatsächliche Auftaktort der rechten Demonstration sein wird, ist allerdings noch unklar. Wir werden das nich einfach hinnehmen und zeigen, dass Faschisten Faschisten sind, egal wo sie herkommen. Es werden mehrere antifaschistische Kundgebungen angemeldet und ein zentraler Sammelpunkt folgt in den kommenden Tagen!

Aktuelle Informationen gibt es bei Hamburg für Rojava und bei Twitter unter #NoBozkurtHH

Hier der Aufruf vom Antifa Enternasyonal Bündnis Hamburg:

Gegen jeden Nationalismus – für internationalen Antifaschismus

Unter dem Deckmantel des Friedens….

Eine bisher unbekannte »Initiative Friedensmarsch für die Türkei-AYTK (Europäische Neue Türken Komitee – Avrupa Yeni Türkler Komitesi)« hat angekündigt, in Städten wie Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Köln, Nürnberg, München und Wuppertal am 10. April 2016 Demonstrationen durchzuführen. Während auf Deutsch angegeben wird, dass die Demonstrationen ein »Protest gegen den Terror der PKK und des IS« seien, wird auf Türkisch mit der Losung »Alles für das Vaterland – Märtyrer sterben nicht, das Vaterland kann nicht geteilt werden« mobilisiert.

ae2004Zu gleicher Zeit werden auch in türkischen Städten mit der gleichen Losung Massendemonstrationen vorbereitet. Es ist zu befürchten, dass sowohl in der Türkei als auch hier in Deutschland verschärfte Stimmung gegen kurdische und linke türkische Vereine gemacht wird und Pogrome stattfinden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der türkische Staat seit Jahrzehnten in Deutschland und in Europa geheimdienstlich, organisatorisch und propagandistisch tätig ist, so ist davon auszugehen, dass die Demonstrationen von der AKP-Regierung zentralgesteuert werden. Es ist bekannt, dass verschiedene regierungsnahe nationalistische Organisationen wie UETD oder DITIB, sowie nationalistisch-faschistische Gruppen (Graue Wölfe / Bozkurts) im Hintergrund die Mobilisierung übernehmen.

…zeigt sich ein offen faschistischer Charakter

Ein offener gewaltbereiter und faschistischer Charakter der Aufmärsche zeigt sich durch die Aufrufe faschistischer Banden und Rockerclubs:

Die faschistische Rocker Vereinigung Turkos-MC mobilisiert im Internet massiv zu den Demonstrationen am 10. April. Ihre faschistische und rassistische Ideologie lässt sich einfach an den offen zur Schau gestellten Symbolen erkennen.

Der Rocker-/Boxclub Osmanen Germania ruft auf seiner Facebook-Seite ebenfalls zur Teilnahme auf. Ihr menschenverachtendes, männlich-gewaltverherrlichendes Weltbild zeigt sich in einem Rap-Video auf Youtube.

Auch die islamistisch-faschistische Verschwörungsseite „Kurz & Klar“ mobilisiert mit einem Video zu den Demonstrationen auf FB. Zusätzlich dazu wird die nationalistische Stimmungsmache gegen Kurd_innen mit Zitaten und Bildern des türkischen faschistischen Politkers und Gründer der Grauen Wölfe Alparslan Türkeş, angeheizt.

In Hamburg und Überall – gegen Faschismus, Krieg und Erdogan!

Für alle demokratischen, antifaschistischen und linken Kräften muss klar sein, wie sie sich verhalten: Kein Fußbreit den türkischen Hetzern! Die Aufmärsche verhindern!

Dass nicht nur offen faschistische Gruppierungen, sondern auch türkisch-regierungsnahe Organisationen wie UETD oder DITIB zu den Demonstrationen aufrufen, sollte auf Grund der Politik Erdogans, eine antifaschistische Haltung gegen diese Demonstrationen verstärken. Die Politik der AKP zeigt sich in einer immer offeneren autoritär-faschistoiden Gestalt und äußert sich in einem brutalen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, der offenen Unterstützung des Islamischen Staates, durch Luftangriffe auf die kurdischen Befreiungskräfte in Syrien, sowie krasser Repression gegen fortschrittliche und linke Organisationen, der Unterdrückung kritischer Presse und einem patriarchalen Rollback.

Wir rufen zudem dazu auf, den Tag zu nutzen, um die deutsche Verantwortung in der Türkei & Kurdistan und den schmutzigen EU-Erdoğan Deal sichtbar zu machen. Blut klebt nicht nur an den Händen der AKP, sondern auch an den Händen der deutschen Bundesregierung!

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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