Barmbek sagt Nein – Naziladen raus aus dem Viertel!

17103445_1922964824614817_1345062383416932594_nVor zwei Wochen hat in Barmbek-Nord ein Nazi-Laden eröffnet. Unter dem Namen „Nordic Company“ wird die Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ von Nazis für Nazis verkauft. Schon am letzten Freitag gab es eine antifaschistische Kundgebung mit 400-500 Menschen, die mit Nazis in ihrer Nachbarschaft ein Problem haben. Damit dieses Geschäft so schnell wie möglich vorbei ist, rufen auch wir dazu auf am Samstag auf die Straße zu gehen.

Datum: 18. März 2017
Uhrzeit: 12:00
Ort: Bahnhof Barmbek

Hiermit dokumentieren wir den Aufruf zur antifaschistischen Demonstration:

Barmbek sagt Nein – Naziladen raus aus dem Viertel!

Am 03.03.2017 hat in der Fuhlsbüttler Straße 257 ein Laden eröffnet, der die Kleidungsmarke „Thor Steinar“ verkauft. Thor Steinar entstand als Marke von Nazis für Nazis und ist aufgrund ihrer mehrdeutigen Symbolik, dem positiven Bezug auf den Nationalsozialismus und auf die deutsche Kolonialzeit nach wie vor in der rechten Szene sehr beliebt.

Die Tage seit der Eröffnung haben gezeigt, was das für unsere Nachbarschaft bedeutet: Der Laden zieht Nazis aus der Region aber auch aus dem Umland an und dient somit als Anlauf- und Treffpunkt für die rechte Szene.

Nationalsozialistische Ideologie schließt immer auch Gewalt gegen politische Gegner_innen und andere Menschen ein, die nicht ins faschistische Weltbild passen. So kam es auch in Barmbek bereits zu Gewaltandrohungen und Übergriffen durch Besucher_innen und Angestellte des Ladens. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat hierzu bereits eine Presseerklärung verfasst.

Die Hamburger Polizei hält es dennoch für angebracht, den Naziladen mit einem umfangreichen Aufgebot zu schützen. So stehen durchgehend Streifenwägen in der Nähe, auch zivile Beamte sind zum Schutz abgestellt. Auf der antifaschistischen Kundgebung am letzten Wochenende haben 500 Leute aus Barmbek und anderen Stadtteilen deutlich gezeigt, dass der Laden hier nicht willkommen ist. Ein übertriebenes Polizeiaufgebot mit vier Wasserwerfern und einem Räumpanzer sollte für angespannte Stimmung und ein beklemmendes Gefühl auf der Kundgebung sorgen.

Diese Polizeitaktik richtet sich unserer Meinung nach gegen alle Anwohner_innen, die sich antifaschistisch betätigen wollen. Durch ein künstlich erzeugtes Bedrohungsszenario sollten Anwohner_innen abgeschreckt werden, sich an den Protesten zu beteiligen.
Außerdem wurden viele, die am Eröffnungswochenende ihren Protest gegen den Laden ausdrücken wollten, vor dem Laden und in den umliegenden Straßen durch die Polizei kontrolliert und bedroht.
Diese Strategie ist jedoch nicht aufgegangen, wir werden uns nicht einschüchtern lassen!

In den letzten Jahren beobachten wir einen Rechtsruck, der sich durch ganz Europa zieht und sich auch in Deutschland zeigt. Rechte Parteien wie die AfD und ihre Verbündeten in anderen Ländern gewinnen an Einfluss.
Auf der Straße treten Nazis und andere Rechte offener auf, rassistische Angriffe haben stark zugenommen. Für diese Entwicklung bietet Thor Steinar den passenden Style, um auf der Straße seine Zugehörigkeit zur rechten Szene zu zeigen, ohne von jedem direkt als Nazi erkannt zu werden.

An vielen Orten mussten Thor Steinar-Läden nach Protesten schließen. Zuletzt gelang dies in Glinde bei Hamburg nach Jahren des Widerstands. Daran wollen wir auch hier anknüpfen.

Wir finden es besonders frech, dass die Nazis es wagen, ihren Laden in einem Stadtteil zu eröffnen, dessen Geschichte durch revolutionäre und antifaschistische Kämpfe geprägt ist.
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Thor Steinar-Laden aus unserem Viertel verschwindet!

Kommt zur antifaschistischen Demonstration gegen den Thor Steinar-Laden!

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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