G20-Gipfel: The Day After

Der G20-Gipfel in Hamburg ist Geschichte. Tage des entschlossenen Protests und Widerstands liegen hinter uns. Der Gipfel konnte alles andere als ungestört über die Bühne gehen und die Inszenierung der Macht der politischen Eliten vielfach durchbrochen werden. Doch wir haben auch Tage des polizeilichen Ausnahmezustandes, der exzessiven Polizeigewalt und gezielten staatlichen Eskalation erlebt. Den Momenten der Gegenmacht auf Demos, bei Blockaden oder anderen Aktionen folgte nicht selten das alte Gefühl der Ohnmacht, nicht zuletzt angesichts einer hysterischen Hetzkampagne von Polizei, Senat und Medien. Mit ihrer Weigerung von Polizeigewalt überhaupt auch nur zu sprechen, haben sich Scholz und Grote allerdings selbst ins Abseits geschossen und kritische Berichte nehmen mittlerweile wieder zu.

Vieles wird noch lange Gegenstand von (linken) Diskussionen sein, in den Gruppen und Organisation, in den Bündnissen und in den Stadtteilen. An einer selbstkritischen, politischen Aufarbeitung führt kein Weg vorbei. Doch bei aller öffentlichen Stimmungsmache sollten wir einen kühlen Kopf bewahren und das Geschehene solidarisch auswerten. Klar ist, die wirkliche Herausforderung wird darin bestehen, die gemachten Erfahrungen in den Alltag zu überführen. Und daneben gilt es, die Gefangenen nicht allein zu lassen. Noch immer sitzen mehr als 40 Menschen im Knast. Darum achtet in den nächsten Wochen auf Ankündigungen für Soli-Aktionen, denn der Repression können wir nur gemeinsam begegnen!

Infos zu Antirepression: NoG20-Ermittlungsausschuss (EA) | Rote Hilfe Sonderseite

Um Fälle von Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen zu dokumentieren wurde eine Online-Plattform geschaffen. Hier können entsprechende Fotos und Filme hochgeladen werden. In erster Linie soll Material gesammelt werden, das bereits online verfügbar ist. Bitte bedenkt, mit den Bildern oder Videos keine Genoss*innen zu gefährden.

Der Gipfel der Polizeigewalt: www.g20-doku.org

Erste Auswertungen und Stellungnahmen:

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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