Der Rote Abend

Staatskritik. Eine Einführung von Moritz Zeiler

Die Analysen des Staates gehen in der Linken weit auseinander. Das Spektrum der Interpretationen reicht von der Idealisierung bis zur Dämonisierung, die politischen Forderungen von der Übernahme des Staates bis zu seiner Abschaffung. Während der Staat für die einen als Garant des Allgemeinwohls gilt, betrachten ihn andere als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe.

In seiner Einführung präsentiert Moritz Zeiler die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Staat: Die fragmentarischen Überlegungen bei Marx und Engels, die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin, die Hegemonietheorien des Westlichen Marxismus von Gramsci, Althusser und Poulantzas sowie die Analysen von Paschukanis zum Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und später daran anknüpfende Arbeiten von Agnoli, Hirsch, Holloway und anderen. Zuletzt wird diskutiert, dass die Linke kein Monopol auf die Kritik des bürgerlichen Staates besitzt. Angriffe auf bürgerliche Rechte und parlamentarische Demokratie aus konservativen bis faschistischen Kreisen sind keine reinen Krisenphänomene, sondern stellen die Linke permanent vor Herausforderungen.

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Veröffentlichungen: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung, Stuttgart 2017 sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlung Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik, Berlin 2009.

Zuvor wird es kurze Infos zur Demo „United we stand! Gegen Repression und autoritäre Formierung!“ am 17.03.2018 in Hamburg geben.

Freitag | 02. März 2018 | ab 19 Uhr geöffnet, 20 Uhr Beginn | Rote Flora | Achidi-John-Platz 1

Der Rote Abend fusioniert mit dem Antifa-Café! Ab jetzt gehen wir gemeinsame Wege – und zwar jeden 1. Freitag im Monat in der Roten Flora. Mit Veranstaltungen zu wechselnden Themen wollen wir aktuelle politische Fragen, Ansätze von Selbstorganisierung und Strategien der antifaschistischen und revolutionären Linken diskutieren.