Der Rote Abend

Geborgenheit, Sicherheit und Glück? Eine Kritik des Familismus

Vater, Mutter und ein oder mehrere Kinder – das Leitbild der bürgerlichen Kleinfamilie ist nach wie vor tief verankert. Obwohl dieses immer seltener der Realität entspricht, scheint die Ideologie der Familie ungebrochen. Sie gilt weiterhin als Basis der Gesellschaft und Ausgangspunkt sozialer Beziehungen.

Die Kleinfamilie ist dabei in der Regel mit einer geschlechtshierarchischen Arbeitsteilung verbunden, die vor allem Frauen* die Haus- und Sorgearbeiten zuweist, ökonomische Abhängigkeiten entstehen lässt und ständige Doppelbelastung bedeutet. Zudem erzeugt sie durchgehend den Ausschluss von Menschen, die keiner Familie angehören. Andere Formen des Zusammenlebens haben sich in den letzten Jahrzehnten zwar zunehmend etabliert, werden jedoch durch Konservative angegriffen und durch die staatliche Familienpolitik untergraben. Selbst in linken Kreisen beweist die Kleinfamilie – spätestens wenn Kinder hinzu kommen – eine bemerkenswerte Beharrlichkeit. Häufig geraten alle Versuche das eigene Leben und die eigene Reproduktion anders zu organisieren unter die Mühlen der gesellschaftlichen Zwänge.

Die feministische Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Gisela Notz, die unter anderem im Schmetterling-Verlag eine Einführung in die Theorie des Familismus veröffentlicht hat, wird in dem Vortrag auf die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie eingehen, die Probleme ihr zu entkommen beschreiben und Ansätze alternativer Lebensformen diskutieren.

Freitag | 03. August 2018 | ab 19 Uhr geöffnet, 20 Uhr Beginn | Rote Flora | Achidi-John-Platz 1

 

Der Rote Abend fusioniert mit dem Antifa-Café! Ab jetzt gehen wir gemeinsame Wege – und zwar jeden 1. Freitag im Monat in der Roten Flora. Mit Veranstaltungen zu wechselnden Themen wollen wir aktuelle politische Fragen, Ansätze von Selbstorganisierung und Strategien der antifaschistischen und revolutionären Linken diskutieren.