La vie en jaune – Die Kämpfe der Gelbwesten

Soliveranstaltungstour zu den Kämpfen der Gelbwesten „Gilets Jaunes“ in Frankreich. Vortrag und Diskussion mit „Rouen Dans la Rue“ und Genoss*innen aus Paris.

In den internationale Medien kursieren Bilder von zum Stillstand gekommenen Zugstrecken und überfüllten Bahnhöfen aus Frankreich. Die Macron-Regierung macht sich gerade an eine Rentenreform und der Widerstand dagegen hat nicht lange auf sich warten lassen. Frankreich ist seit einigen Jahren wieder in Aufruhr.

Bereits 2016 kommt es mit den Protesten gegen die Arbeitsmarktreform zu Mobilsierungen in einem Ausmaß wie sie in Frankreich schon eine Weile nicht mehr gesehen worden sind. Doch keine zwei Jahre später, bereits im November 2018, tritt unerwartet die Gelbwestenbewegung auf den Plan und durchzieht das gesamte Land, die Auseinandersetzung auf der Straße geht noch einen Schritt weiter.

Ausgelöst durch die Erhöhung der Benzinsteuer, geht im Internet ein Aufruf durch die sozialen Netzwerke in dessen Anschluss landesweit massenhaft Kreisverkehre und Mautstationen besetzt werden. Während der Aufruf landesweit in unzähligen Facebookgruppen diskutiert wird, während jene die gern als Politikverdrossene abgetan werden ihren Protest auf die Straßen tragen, bleiben Journalist*innen und viele linke Aktivist*innen und Organisationen erst einmal auf Distanz. Über Monate bestimmten die Gelbwesten das Bild der Straßen in Frankreich, ob auf dem Land oder in den großen Metropolen. Während sich in den Städten die Wut in Militanz verwandelte, wurden die Kreisel zu Orten der Diskussion und Vernetzung von unten. Doch die Antwort des Staates ließ nicht lange auf sich warten – und diese kam in aller Härte. Während der Nebel des Tränengases sich noch nicht von den luxuriösen Pariser Champs-Elysee verzogen hat, zählt die Bewegung ihre Verletzten und Gefangenen. Doch auch wenn die schonungslose Repression einem großen Teil der Bewegung hart zugesetzt hat, zeigen sich auch nach über einem Jahr immer noch tausende Gilets Jaunes in den Straßen Frankreichs.

Die Gelbwestenbewegung hat viel Faszination aber auch Ablehnung ausgelöst und genauso viele Fragen aufgeworfen. Aus diesem Grund wollen wir mit der Solitour auch im internationalen Kontext Erfahrungen aus der Gelbwestenbewegung wie auch konkrete Perspektive und Analysen vorstellen. Die Genoss*innen werden über die Entwicklung und Vehemenz der Proteste, deren Bedeutung für die sozialen Auseinandersetzungen in Frankreich, sowie über die Lage der vielen Gefangenen und der Repression sprechen. Aber natürlich auch, über die Perspektiven der Auseinandersetzungen und ihre internationale Bedeutung.

„Die Zeit der europäischen Erhebungen von unten ist zurück und die der Gelbwesten ist ein Verweis auf Weitere, die kommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, ihre Besonderheiten, Facetten zu greifen und zu verstehen“

Alle Spenden und Einnahmen gehen an Betroffene der Repression.

Die Veranstaltung ist auf englisch, wird bei Bedarf aber in Flüsterrunden übersetzt.

Donnerstag | 27.02.2020 | 20 Uhr | Centro Sociale | Sternstr. 2 | Hamburg

Weitere Stationen der Veranstaltungstour: 26.02. – Frankfurt am Main – Café KOZ | 28.02. – Bremen – Lagerhaus/Etage 3 | 29.02. – Köln – tba

PRP

Das Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) wurde Anfang 2009 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Menschen aus verschiedenen Bereichen der (radikalen) Linken. Die Erfahrungen der Mitglieder reichen in die autonome und antifaschistische Bewegung sowie in die antirassistische und internationalistische Arbeit hinein. Wir haben uns gemeinsam organisiert und versuchen, mit praktischen Aktionen gesellschaftliche Widersprüche aufzugreifen, für eine revolutionäre Perspektive einzutreten und Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System aufzuzeigen.

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